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Die britische Organisation Human Rights at Sea [Menschenrechte auf See] hat, unter Mitwirkung von SOS MEDITERRANEE und mit finanzieller Unterstützung der Sata-Stiftung, eine Sammlung von Erfahrungsberichten von Menschen veröffentlicht, die von der Ocean Viking gerettet wurden.  

Lade die pdf-Datei herunter : Auf der Suche nach einem sicheren Ort: Das Meer als einzige Option  

 

“Wir wurden um 23.00 Uhr losgeschickt. Wir waren gut 130 Menschen. Darunter waren Kinder, schwangere Frauen, Säuglinge, Kleinkinder. Und wir waren völlig überladen. Wir fanden das Schlauchboot von Anfang an untauglich, aber man ließ uns keine Wahl. Wären wir nicht mitgefahren, hätten wir unser Geld verloren. Es gibt keinen Weg zurück. Gegen 9.00 Uhr erlitten wir Schiffbruch. Eine der Luftkammern hatte ein Loch. Die Leute auf der Seite des Bootsopen fielen ins Wasser. Die Kammer auf der anderen Seite war unversehrt, aber wir mussten vorsichtig sein, die andere Seite nicht zu überladen, sonst wären alle ins Wasser gefallen. An dem Tag starben drei Menschen.”  

Mubarak*, 17 Jahre  

 

Von der Situation im zentralen Mittelmeer über die Menschenrechtslage in Libyen bis hin zur Kriminalisierung von NGOs, die Seenotrettung betreiben, gibt dieser Bericht einen Überblick über die grossen Herausforderungen, die sich im zentralen Mittelmeer seit dem Beginn der Rettungseinsätze der Aquarius, dem früheren Schiff von SOS MEDITERRANEE, im Februar 2016 abspielen. Er stützt sich auf die Beobachtungen verschiedener internationaler Organisationen, die erschütternde Statistiken liefern und die Schicksale der Menschen teilen, welche über die tödlichste Migrationsroute der Welt fliehen: das zentrale Mittelmeer.  

Der Bericht zielt vor allem darauf ab, denjenigen eine Stimme zu geben, denen diese allzu oft verwehrt bleibt: den Überlebenden einer langen und gefährlichen Reise, die sie dazu bringt, ihre Heimat zu verlassen, sie oft gegen ihren Willen in die “libysche Hölle” führt, wo sie die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen erwarten, und sie dann dazu bringt, die gefährliche Flucht über das Meer zu wagen.   

Ihre Namen sind Zentani, Salwa, Mouna, Sabtou, Mubarak, Rita, Hassan und Favour. Diese Frauen, Kinder und Männer mit unterschiedlichem Alter und Geschichten kommen aus so unterschiedlichen wie weit entfernten Ländern und teilen dennoch die gemeinsame Erfahrung der Flucht über das zentrale Mittelmeer. Ihre Berichte – von denen einige noch nie zuvor veröffentlicht wurden – wurden von den Kommunikationsverantwortlichen von SOS MEDITERRANEE auf der Ocean Viking in den letzten Monaten gesammelt und in einem einzigen Dokument zusammengefasst.  

Diese Sammlung persönlicher Geschichten möchte den Menschen Gehör verschaffen, welche sich bereit erklärt haben, ihre Geschichte zu erzählen, damit sie über die Grenzen hinaus gehört werden. ” Wir können uns nicht blind und taub stellen angesichts dessen, was Menschen widerfährt. Was auf dem Mittelmeer passiert, geht uns alle an.”, warnt HRAS in der Einleitung des Berichts. 

 

Der Bericht ist auf Englisch, Deutsch und Französisch verfügbar. Italienische Version folgt in Kürze.  

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