Ayman kommt aus dem Südsudan. Mit 20 Jahren ist er übers Meer geflohen, um Libyen zu entkommen. Wir haben in im Juli 2026 gerettet.
Ayman – Ich bin von einem Krieg geflohen, um in einem anderen zu landen
Ayman
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Rettungsdatum
Alter


Ich wurde im Südsudan geboren. Meine Eltern dienten dort in der Armee. Als ich zwei Jahre alt war, zogen wir zu meinem Vater in eine Stadt namens Renk. Sein Lohn reichte jedoch nicht aus, um unsere Familie zu ernähren. Deshalb verkaufte meine Mutter Brennholz auf der Strasse, um Geld für die Familie zu verdienen.
So lebten wir bis 2013. Damals verschlechterte sich die politische Lage im Südsudan. 2014 floh meine Familie in den Sudan. Dort lebte ich neun Jahre lang in einem Flüchtlingslager. Wir waren auf Hilfsorganisationen wie die IOM angewiesen, die uns mit Mais und Linsen versorgten.

Im Jahr 2023 brach auch im Sudan Krieg aus. Meine Eltern waren bereits älter und hatten keine Arbeit mehr. Sie konnten uns vier Kinder nicht mehr versorgen. Auch als Flüchtlinge waren wir nicht mehr sicher. Deshalb machte ich mich auf den Weg nach Libyen. Als ich dort ankam, hatte ich nicht genug Geld, um in den Norden des Landes zu reisen. Es war Ramadan. Ich traf einen Mann, der Ziegen mit einem Lastwagen transportierte. Ich bot ihm an, ihm zu helfen, wenn er mich dafür in den Norden mitnahm. Wir waren fünf Tage lang mit dem Lastwagen unterwegs. Meine Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass die Ziegen während der Fahrt stehen blieben und sich nicht hinlegten.
Ich habe drei schwierige Jahre in Libyen verbracht, wo ich mit heftigem Rassismus gegenüber Schwarzen konfrontiert war und von Tag zu Tag von Gelegenheitsjobs lebte. Unter einer Brücke versammelten sich Menschen aus verschiedenen Ländern. Libyer kamen dorthin und suchten sich ein oder zwei Arbeiter für Reinigungsarbeiten oder andere kurzfristige Jobs aus. Wir verdienten etwa 20 Dinar pro Tag. Aber wir hatten keine regelmässige Arbeit. An einem Tag fand man einen Job, am nächsten vielleicht keinen.

Ich versuchte viermal, das Meer zu überqueren. Beim ersten Versuch mussten wir umkehren, weil Wasser ins Schlauchboot eindrang.
Als wir Libyen zum letzten Mal verliessen, starteten wir in der Nacht. Der Mann, der das Boot steuerte, sagte uns, wir sollten in Richtung Tunesien fahren und dann nach Norden abbiegen. Wir gelangten in tunesische Gewässer und trafen auf die tunesischen Behörden. Sie sagten uns, dass wir nicht dort bleiben dürften. Wir mussten uns entscheiden: Entweder wir setzten unsere Reise fort oder sie brachten uns zurück. Also fuhren wir weiter.
Da wurde uns klar, dass wir in Richtung Lampedusa unterwegs waren. Doch die Wellen wurden immer höher und das GPS funktionierte nicht richtig. Wir wussten nicht mehr, wo wir waren. Wir verbrachten zwei Nächte auf dem Boot, bevor ihr uns gerettet habt.
Jetzt geht es für mich nach Italien. Mein Traum ist es, in Zukunft zu studieren, Basketball zu spielen und meine Familie finanziell zu unterstützen.

Bilder: Maria Giulia Trombini & Javier Alvarez / SOS MEDITERRANEE
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