Am 17. September rettete die Crew der Ocean Viking 23 Menschen aus einem Boot in Seenot in der libyschen SAR-Zone.
Rückblick: 23 Menschen von der Ocean Viking gerettet
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Am 17. September rettete die Crew der Ocean Viking 23 Menschen aus einem Boot in Seenot in der libyschen SAR-Zone. Die Ocean Viking ist nun auf dem Weg zum zugewiesenen Hafen Marina di Carrara. Die Fahrt dorthin dauert drei Tage.
17. September 2026
Heute Morgen rettete die Crew der Ocean Viking 23 Menschen aus einem Schlauchboot in Seenot in der libyschen Such- und Rettungszone. Der Notruf war von einer Frontex-Drohne gemeldet worden.
Unter den Geretteten waren fünf Frauen und mehrere unbegleitete Minderjährige. Sie hatten weder Wasser noch Essen an Bord. Jetzt sind sie in Sicherheit und werden an Bord der Ocean Viking versorgt. Als sicherer Hafen für die Ausschiffung wurde Marina di Carrara in Italien zugewiesen. Auch dieser Hafen liegt weit entfernt, rund drei Tage Fahrt vom Rettungsgebiet.

18. September 2026
Nach einem Mayday-Relay änderte die Ocean Viking ihren Kurs, um ein Boot mit 80 Menschen in Seenot zu erreichen. Als unsere Crew nur noch wenige Minuten vom Notfall entfernt war, beobachtete sie, wie die libysche Küstenwache das Boot abfing. Diese wenigen Minuten machten den Unterschied zwischen einer Rettung mit anschliessender Ausschiffung an einem sicheren Ort und einer erzwungenen Rückführung nach Libyen. Dort sind die abgefangenen Menschen Haft, Gewalt und Missbrauch ausgesetzt.
Die Ocean Viking ist nun auf dem Weg zum zugewiesenen Hafen Marina di Carrara. Die Fahrt dorthin dauert drei Tage.

21. September 2026
Die Crew der Ocean Viking verbrachte drei Tage mit den geretteten Menschen. Viele von ihnen waren sehr jung. An Bord konnten sie nach Jahren in Libyen und einer gefährlichen Reise über das Meer zum ersten Mal seit langer Zeit einige ruhige Tage verbringen.
Sie kommen aus Ländern, in denen Krieg herrscht oder die noch heute von Konflikten betroffen sind. Sie erzählten von abgebrannten Dörfern und Häusern, von Menschen, die zur Flucht gezwungen wurden, und von körperlichem und psychischem Leid, das sich die meisten von uns kaum vorstellen können. Sie hoffen auf eine Zukunft, für die niemand sein Leben auf einer gefährlichen Reise über das Meer riskieren müssen, sollte.
Unser interkultureller Mediator Camil verbrachte während dieser drei Tage viel Zeit mit den Geretteten. Er erzählt:
«Als mir einer von ihnen erzählte, was ihm in Libyen passiert war, sagte er sehr bescheiden, dass seine Erfahrungen ihn weder besonders noch anders machten. Viele seiner Freunde an Bord hätten Ähnliches erlebt, einige sogar noch Schlimmeres. In seinen Worten lag so viel Menschlichkeit. Ich hatte grossen Respekt vor diesem jungen Mann. Trotz allem, was er erlebt hatte, konnte er noch Mitgefühl für andere zeigen und sich dafür interessieren, was die Menschen um ihn herum durchgemacht hatten.»
Nach drei Tagen Fahrt konnten die 23 geretteten Menschen sicher in Marina di Carrara an Land gehen. Der zugewiesene sichere Hafen liegt jedoch weit entfernt. Die Zuweisung weit entfernter Häfen hält Rettungsschiffe länger vom zentralen Mittelmeer fern. Dort geraten weiterhin Menschen in Seenot und sind von Zwangsrückführungen bedroht. Laut IOM wurden seit Anfang 2026 mehr als 17'000 Menschen auf See abgefangen und nach Libyen zurückgebracht.

Bild: Lucien Migné / SOS MEDITERRANEE
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