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"Wahrscheinlich wirst du gefoltert."

May 30, 2024

Alex* wurde am 20. Mai 2024 zusammen mit 34 anderen Menschen von einem kleinen Glasfaserboot im zentralen Mittelmeer gerettet.

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"Wahrscheinlich wirst du gefoltert."

Alex

May 30, 2024

Heimatland

Bangladesch

Rettungsdatum

May 20, 2024

Alter

20

Alex* wurde am 20. Mai 2024 zusammen mit 34 anderen Menschen von einem kleinen Glasfaserboot im zentralen Mittelmeer gerettet. Er ist 20 Jahre alt und kommt aus Bangladesch. Ursprünglich hatte er nicht vor, nach Europa zu gehen. Er war zum Arbeiten nach Libyen gezogen. Doch er musste den gefährlichen Lebensbedingungen in Libyen entkommen. Drei Monate lang blieb Alex in Libyen. Er arbeitete als Reinigungskraft in einem Krankenhaus und wurde oft nicht bezahlt.

‍Um die 5000 Dollar für die Überfahrt zu bezahlen, war Alex Familie gezwungen, ihr Haus zu verkaufen. Alex ist der Hauptverdiener in seiner Familie. Sein Vater ist verstorben und seine Mutter ist krank.

Die 35 Menschen, mit denen Alex im Boot saß, wurden auf das Meer geschickt, ohne zu wissen, in welche Richtung sie fahren sollten. Den Weg nach Italien planten sie mit dem Telefon einer Person an Bord. Sie hatten nur ein paar Datteln und fünf Flaschen Wasser dabei. Diese reichten nur für einen der drei Tage auf See.  „Ich habe kein Zuhause. Meine Familie hat mein Haus verkauft, um mich zu retten. Es gab für mich keine Möglichkeit, vor den Libyern zu fliehen. Meine Familie hat das Haus, in dem wir wohnten, verkauft. Das war nicht gut, nun haben sie keinen Ort zum Leben. Meine Familie war am Verhungern. Ich bin der Einzige in der Familie, der etwas verdient. Mein Vater ist tot.

Als ich nach Libyen kam, war ich schockiert. Hier trägt jeder eine Waffe. Wahrscheinlich wirst du gefoltert. Wenn du Geld hast, kannst du freikommen. Andernfalls werden sie [die Libyer] dich schlagen, sie werden dich töten, sie werden Videos davon machen, wie sie dich schlagen und von deiner Familie Geld verlangen. Wenn deine Familie kein Geld schicken kann, werden sie dich töten. Wenn du arbeitest, bist du in Sicherheit, ansonsten wirst du sterben. Jedes Mal, wenn du einen Teenager triffst, wird er eine Waffe auf dich richten und Geld verlangen. Wenn du es ihm nicht gibst, wird er dich schlagen, er wird dich ohrfeigen, ...  Es ist sehr riskant. Das Meer ist sehr, sehr gefährlich. Wir waren sehr nervös, als eine 5-Meter-Welle auf uns zu kam. Alle hatten Angst, alle haben geweint. Wir haben drei Tage lang gehungert, ohne Essen & Wasser. “  

*Der Name wurde zum Schutz der Person geändert

Credits Titelbild: Sarah Samya Anfis / SOS MEDITERRANE

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