«Zu leben war bedeutungslos geworden.» Düstere Worte für jemanden in seinen Zwanzigern.
Isam* - «Zu leben war bedeutungslos geworden.»
Isam
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«Zu leben war bedeutungslos geworden.» Düstere Worte für jemanden in seinen Zwanzigern – und doch beschreiben sie sehr treffend eine Realität, mit der sich viele junge Menschen im kriegsgezeichneten Sudan konfrontiert sehen.
Isam* a été secouru le 5 mars 2026 à bord d’un canot pneumatique dans la zone de recherche et de sauvetage libyenne après que l’Ocean Viking eut reçu une alerte d’Alarm Phone.
Am 5. März 2026 wurde Isam*, nachdem die Ocean Viking einen Notruf von Alarm Phone erhalten hatte, von einem Schlauchboot in der libyschen Such- und Rettungszone gerettet.
Nachdem der Motor ausgefallen war, trieb das Boot mit seinen 36 Insassen ziellos auf dem Meer. Sie hatten zwei Tage und Nächte auf See verbracht, als die Crew auf der Brücke der Ocean Viking ein kleines Licht in der Dunkelheit entdeckte – die Lampe eines Handys mit dem einer der Überlebenden auf sie aufmerksam machte.
Isam war bereits einige Monate vor seiner Rettung durch die Besatzung der OV aus seiner Heimat in Darfur geflohen.
„Die Menschen (im Sudan) brauchen Hilfe“, sagt Isam. „Sie haben nichts zu essen, keine medizinische Versorgung – keine Sicherheit. Die Menschen leben in grosser Not. Wegen der RSF (der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte paramilitärische Gruppe Rapid Support Forces) mussten wir unser Dorf verlassen. Sie kommen selbst nachts in dein Haus und nehmen dir alles weg, was du hast.“

Die sexuelle Gewalt der Rapid Support Forces gegen die Frauen seiner Gemeinschaft, das gewaltsame Einziehen der Männer, die Folter – all das hat Isam dazu gezwungen, zuerst sein Dorf und schlussendlich sein Land zu verlassen:
«Die Familien mit Töchtern mussten mitansehen, wie diese von ihnen (den RSF) verschleppt wurden. Deine Tochter, deine Frau oder deine Tante – sie verschleppen und vergewaltigen sie. Deshalb versuchen die Menschen, das Land zu verlassen und in andere Länder zu fliehen, sei es nach Afrika oder nach Europa. Was die Männer angeht“, sagt Isam, „wir sind immer ein Ziel. Vielleicht spielen sie (die RSF-Soldaten) dir böse mit, vielleicht zwingen sie dich, dich ihnen anzuschliessen … Sie unterziehen die Kinder zwölf einer Gehirnwäsche, so dass diese mit elf, zwölf Jahren schon zu den Waffen greifen. Sie werden zu Soldaten, obwohl sie noch gar nichts verstehen.»
«Die Menschen in Darfur», sagt Isam, «wurden von der Regierung immer vernachlässigt, weil sie keine Araber sind, sondern anderen ethnischen Gruppen mit anderen Sprachen und Kulturen angehören.» Er erklärt, dass sie stets ausgegrenzt worden seien und seine Region viele Kriege und Hungersnöte erlebt habe.
Er beklagt zudem, dass seine Volksgruppe (die Fur) lediglich die Achtung ihrer Grundrechte fordert, ihre Stimmen jedoch ungehört bleiben. Verschiedene Stämme in Darfur verlieren ihre Bräuche und Sprachen, weil es ihnen verboten ist, diese zum Ausdruck zu bringen.
Fotocredit: Ville Maali / SOS MEDITERRANEE
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