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Erster Rettungseinsatz seit Rückkehr der Ocean Viking: 33 Menschen gerettet

January 5, 2026

Nach vier Monaten erzwungener Pause konnte die Ocean Viking am Nachmittag des 30. Dezember wieder einen Rettungseinsatz durchführen.

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Erster Rettungseinsatz seit Rückkehr der Ocean Viking: 33 Menschen gerettet

January 5, 2026

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Die Ocean Viking ist nach einer viermonatigen, erzwungenen Pause wieder in See gestochen. Am Nachmittag des 30. Dezember führte sie ihren ersten Rettungseinsatz durch. 33 Menschen wurden evakuiert, darunter drei Frauen (eine davon schwanger) sowie drei Kinder. Sie waren einige Tage zuvor von einem Handelsschiff gerettet worden. Da ihnen jedoch kein sicherer Hafen zugewiesen worden war, sassen sie auf dem Schiff fest.

26. Dezember 2025

Die von der Ocean Viking geretteten Menschen berichten, dass sie zunächst 24 Stunden auf See gewesen seien, bevor sie vom Versorgungsschiff Maridrive 703 aufgenommen wurden. Die ägyptische und tunesische Besatzung des Schiffes habe sich mehr als vier Tage lang um sie gekümmert.

Während dieser Zeit wurden die Geretteten Zeug:innen einer Abfangaktion der tunesischen Küstenwache. Diese entdeckte unter einer benachbarten Ölplattform ein Schlauchboot mit etwa 75 Personen an Bord. Nach einigen Stunden soll ein tunesisches Patrouillenboot diese Menschen an Bord genommen haben. Anschliessend näherte sich das Patrouillenboot der Maridrive 703, offenbar mit dem Ziel, die bereits 33 Geretteten zusätzlich zu übernehmen – was jedoch nicht geschah.

31. Dezember 2025

Am frühen Nachmittag evakuierte die Ocean Viking die 33 Personen, nachdem die Besatzung der Maridrive 703 unser Team um Hilfe gebeten hatte. Unser SAR-Team erhielt die Erlaubnis, an Bord des Handelsschiffs zu gehen, Rettungswesten zu verteilen und die Überlebenden mit voller Unterstützung der Besatzung der Maridrive 703 auf unsere Schnellboote zu bringen. Dieser Einsatz wurde vom tunesischen RCC koordiniert, während die maltesischen Behörden nicht reagierten.

Nachdem die 33 Menschen von unserem Team an Bord gebracht worden waren, erhielten wir einen Alarm von Alarm Phone: Etwa 60 Menschen auf einem Schlauchboot waren in Seenot geraten und wurden vom Forschungsschiff Edda Flora gerettet.

Vom italienischen MRCC hatten wir die Genehmigung erhalten, unseren Kurs zum zugewiesenen sicheren Hafen Savona zu ändern und stattdessen diesen Menschen Hilfe zu leisten.

Nachdem wir ein Schiff der libyschen Küstenwache über unsere Absichten informiert hatten, erhielten wir jedoch den Befehl, das Gebiet zu verlassen. Dadurch konnten wir unserer Pflicht zur Hilfeleistung nicht nachkommen und mussten diese Menschen trotz dringender Hilferufe des Forschungsschiffes Edda Flora zurücklassen.

Später erfuhren wir von der Besatzung der Edda Flora, dass die betroffenen Menschen von einem libyschen Patrouillenboot gewaltsam nach Libyen zurückgebracht worden waren.

Woher kommen die Überlebenden?

Einige der Überlebenden flohen vor den unglaublichen Gewalttaten in El Fasher im Sudan, wo die paramilitärische Gruppe RSF ein grausames Massaker verübte. Andere flohen vor Armut, Unsicherheit und Gewalt in Somalia und im Tschad. Alle waren in Libyen mit Inhaftierung und Gewalt konfrontiert.

Mohamed*, ist ein 26-jähriger Sudanese. Er berichtete uns von seinen Hoffnungen und Träumen: “Ich komme aus einer Stadt in der Nähe von Khartum, der Hauptstadt von Sudan. Vor zwei Jahren bin ich wegen des Krieges geflohen. Ich habe zwei Jahre in Libyen verbracht, wo ich Gewalt und grosse Schwierigkeiten erlebt habe. Am meisten bedauere ich, dass ich mein Medizinstudium im Sudan aufgeben musste und nie meinen Abschluss machen konnte. Mein Traum ist es, Arzt zu werden. Ich hoffe wirklich, dass ich mein Studium in Europa fortsetzen und abschliessen kann. Vielleicht kann ich eines Tages als Arzt auf einem Schiff wie diesem arbeiten und meinen leidenden Brüdern und Schwestern helfen”.

5. Januar 2026

Die 33 Menschen sind nach 12 Tagen auf See heute Morgen in Savona angekommen und gingen dort von Bord der Ocean Viking. Wir sind erleichtert, dass sie nun in Sicherheit sind.

All diese Menschen mussten in ihren Heimatländern und in Libyen menschenrechtswidrige Bedingungen überwinden. Sie verbrachten mehr als 24 Stunden auf einem Schlauchboot und mehrere Tage an Bord des Versorgungsschiffs Maridrive 703. Zusätzlich wurden sie von allen zuständigen Behörden im Stich gelassen, mussten auf die Ocean Viking evakuiert werden und, als wäre das nicht genug, vier Tage lang reisen, um endlich in Norditalien anzukommen.

All diese Hindernisse stellen einen Verstoss gegen das Völkerrecht dar. Sie zielen darauf ab, Rettungseinsätze im zentralen Mittelmeer zu behindern.

Das muss aufhören.

Das Meer muss als humanitärer Raum gelten.

Bilder: Tess Barthes / SOS MEDITERRANEE

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